MTB-Soonwald-Umrundung

- Auf historischen Wegen -

Ziel dieser Tour war, den www.soonwald.de zu umrunden. Der Soonwald ist eines der größten Waldgebiete Deutschlands, berühmt durch den Schinderhannes und die wunderschöne Flora und Fauna. Er wird begrentzt durch Bingen, Kirn und Simmern.

Als Regel setzte ich mir, möglichst viele interessante Wege, in unterschiedlichem Gelände, zu benutzen. So schaffte ich es, den Ausoniusweg, den Nahehöhenweg, Naheradweg, Keltenweg, Rhein-Hunsrück-Radweg "zusammenzuplanen".

Die Tour begann um ca. 6:30 Uhr. Wir starteten im Binger Wald, Arnold (mein Supporter) schoss ein paar Photos und los ging es auf einem altbekanntem Weg: AU (Ausoniusweg). Es war noch relativ frisch, es gibt aber nichts schöneres als morgens alleine durch den Wald zu fahren. Die ersten Kilometer bis Stromberg, dem offiziellen Start, gingen hauptsächlich bergab. In Stromberg angekommen, vermisste ich meinen Supporter. Wir hatten Funkgeräte, aber wie ich im Laufe des Tages feststellte, taugten diese in solchem Gelände nicht. Also Handyanruf, und weiter ging es Richtung Dahlberg. Ich fuhr auf dem N (Nahehöhenweg) Richtung Schindeldorf, dann gings gleich zur Sache: bergauf. Langsam fiel ich in meinen Tritt und genoss das "hochschrauben" und die Natur. Ich musste mir bewusst machen, auf die Wanderwegmarkierungen zu achten. Das Problem ist, die Markierungen zu sehen. Diese Markierungen sind für Wanderer angelegt, als MTB Fahrer schießt man doch oft daran vorbei. Nach ein paar Kilometern wars kein Problem mehr, Natur genießen und Wegzeichen aufnehmen. Auf dem rechten unteren Bild sieht man typische Wegstrukturen des N.

 

Am Weissenfels angekommen, ging es ziemlich rau zu, enger Singletrail mit Steinen. Es war wirklich nur ein Pfad, die erste Technikpassage. Nun fuhr ich bergab nach Dahlberg, kam an der kleinen Kapelle vorbei (s.o.) und fuhr in den Ort. Ich suchte meinen Supporter, Funkgerät an: Fehlanzeige, Handy: Fehlanzeige. Kein Problem, ich suchte Dahlberg ab, so gross ist es nicht :-) , dann schlug das Funkgerät an und ich kurz danach auf. Sturz, der Zweite in einem Monat, über den Lenker auf die Strasse. Mist, dachte ich, spürte aber, dass außer Haut nichts in Mitleidenschaft gezogen war, vom Rad abgesehen. Außerdem hab ich die letzten Tage den Giro di Italia gesehen, die stehen ja auch immer wieder auf. Arnold stand mit dem Auto vor mir, es sollte nicht der letzte Sturz sein, den ich Ihm heute vorführte. Also, Rad reparieren, Fotos übernehmen und weiter ging es Richtung Sponheim. Bergauf, bergab an Wiesen und Wäldern vorbei kam ich in Sponheim an der Abtei an.

 

Für Arnold, meinen Supporter, war Sponheim ein Niederschlag. Er hatte Hunger und fuhr auf der Suche nach mir an einem Spießbraten-Stand vorbei. Die ganze Pause erzählte er von Spießbraten ....."Spießbraten-Flash".....Leider jedoch, gab es den Spießbraten erst nach dem Kirchenbesuch. Und hier lag das Problem, leider erlaubte unser Zeitplan keinen Kirchenaufenthalt. Also, leider kein Spießbraten. Die nächste Station war Steinhardt, der Weg war beinhart. Ich schraubte mich bergauf, Singeltrails, eineTragepassage im Wald. Langsam machte mir die Temperatur zu schaffen, 25 Grad, kein Wind und Schatten.

 

Mein "Cockpit": Höhenmesser und Tacho, Pulsmesser, Ersatztacho. Sieht wichtig aus, ist aber nicht zur Show. Siehe Bericht zu Ausoniusweg, da mir bei fast jeder grösseren Tour der Tacho ausfällt. Also: Ersatztacho. Dieser arbeitete zu dem Zeitpunkt als das Bild gemacht wurde nicht mehr: Der Sturz in Dahlberg.

Kurz vor Steinhard sah ich eine grüne Schlange auf dem Weg liegen. Sie hatte wohl gerade was verspeist. Ich probierte ein Foto zu machen, es klappte aber leider nicht. Ich hatte mich, Aufgrund der Wegbeschaffenheit, entschlossen nur den Camstick mitzunehmen, ich wollte die DigiCam nicht zerlegen.

In Steinhard angekommen stellte ich zwei Tatsachen fest:

1. Ich hatte die Sonnenbrille verloren.

2. Die Cleats hatten ein Problem.

Punkt zwei analysierte ich liegend auf dem Boden, Arnold bedauerte, daß die Kamera zu langsam war um es aufzunehmen. Sturz zwei, aus dem Stand, elegant herausgedreht, vor einer Pizzeria. Schnell weg, weiter gehts. Der nächste Treffpunkt war Martinsthal. Ich wechselte nun in Bad-Sobernheim von N auf den Naheradweg. Auf dem Naheradweg machte ich ein Tempo, was nicht immer ging, da ziemlich viel los war: Vatertag. In Martinsthal angekommen, folgte eine kurze Pause. Wir verabredeten den nächsten Treffpunkt in Hennweiler. Ich fuhr weiter Richtung Kirn. In Kirn wechselte ich vom Naheradweg auf den K (Keltenweg).

 

In Kirn war es bereits 32 Grad in der Sonne, ich fuhr durch die Stadt und wusste, daß jetzt eine Bergaufpassage kam. Ich schraubte mich hoch, kein Schatten, kein Wind. Von dem Startpunkt bis hier waren es ca. 70 km, teils schweres Gelände. Oben angekommen hatte ich einen wunderschönen Ausblick ins Tal und einen Knall :-)

In den Wald rein, weiter Richtung Hennweiler. In Hennweiler angekommen stellte ich fest das der K (nicht in der Karte) von dem in der Karte eingezeichneten Weg: VI abweichte. Ich machte eine kurze Pause und besprach mit Arnold die Situation. Mit "PhantomWegen" kenne ich mich mittlerweile aus. Ich wollte auch schließlich ein wenig Abwechslung und entschloss mich dem K zu folgen. Wir legten als nächsten Treffpunkt Schneppenbach fest. Da kam ich allerdings nie an. Ich würde, wie ich später feststellte, den "Lützelsoon" überqueren. Lüzelsoon heißt "Kleiner Soonwald". Das erste Indiz war eine weitere harte Steigung. Das Zweite war der Teufelsfels (568m).

 

Den Teufel sah ich nicht, aber der "Mann mit dem Hammer" kam näher. Ein super Singletrail mit Steinen und Wurzeln folgt. Eine Wahnsinnsabfahrt auf einer Schotterpiste darf ich dann auch noch hinter mich bringen. Ich komme in einem Ort an, und: Richtig falsch, ich bin in Schlierschied. Also kein Kirchberg, ich hatte damit gerechnet. Meiner Unternehmung bringt das aber keinen Schaden, wir folgen der Tallinie Richtung Gemünden, Riesweiler. Dieser Weg führt über eine öffentliche Strasse. Es war allerdings nicht viel los. Im Soonwald und Hunsrück bin ich noch nie angehupt (Tatbestand der Nötigung) worden, ein netter Menschenschlag. Danke!

In Riesweiler war wieder einmal Pause angesagt. Es war heiß und ich war müde. Ich hatte ein Tief"chen", es lockte einfach ins Auto einzusteigen und eine Ausrede einfallen zu lassen. Da kam ein alter Ersatzsport in mir wieder hoch: Supporter abhängen,die letzten 20 km warteten. Ich wechselte auf den Rhein-Hunsrück-Radweg Richtung Rheinböllen. Hier kam es zu einer fast unangenehmen Überraschung, ein Hund. Der ist ziemlich - gelinde gesagt - scheiße erzogen und will spielen. Ich kenne mich zum Glück mit Hunden gut aus und denke mir, daß er einer des Typs "Ernsthafter Eindruckschinder" ist. Er stoppt, springt äußerst knapp an meinem Arm hoch, ich spreche leise mit Ihm, er beißt nicht. Sein Glück :-). Jetzt will ich spielen, ich schalte langsam hoch und trete sachte schneller. Er folgt und bellt und folgt und bellt nicht mehr: Er ist platt. Mir stellt sich die Frage, was hat ein unangeleinter, schlecht erzogener Hund auf einem Radweg zu suchen? Ich schau mir immer die Hunde an, denn dort erkenne ich öfters Erziehung des Herrchens. Klappt ziemlich oft.

Alles kein Problem, ich fuhr genüsslich weiter nach Rheinböllen. Dann kommt die Abfahrt nach Stromberg, fast 10 km nur bergab. In Stromberg angekommen ist die Umrundung gepackt und ich bin plötzlich wieder topfit. Bei einem Bekannten rief ich Arnold an und teilte Ihm mit wo ich bin. Abholservice sozusagen.

 

 

Tourdaten tabellarisch:

Streckenname MTB-Soonwald-Umrundung
Datum 29.05.2003
Start Binger Wald, Elisenquelle, 374 m ü.n.N, ca.6:30 Uhr
Ziel Stromberg
Streckenlänge 120 km
Höhenmeter 1804 m, max. Höhe: 596 m
Streckenart Wander-, Waldwege, Singletrails, Radweg, Strasse
Kartenmaterial Soonwald und Untere Nahe, 1:50 000
Wetter 28 - 32 Grad Celsius, Sonne
   
Zeiten:  
brutto 9 h 30 min, VDurschnitt: 12,6 km/h
netto 7 h 16 min, VDurschnitt: 16,3 km/h
   
P max 300 Watt
V max 52 km/h
AVG 127 Durschnittspuls